Deutschrap : Mein Senf dazu

Das OX Fanzine fragte bei Facebook seine Leser in einer Umfrage ob Campino das Bundesverdienstkreuz für sein Statement bei der letzten ECHO-Verleihung erhalten sollte.

Dazu postete ich folgenden Kommentar. In der Diskussion um Deutschrap wird leider völlig übersehen, daß es nicht nur  Rüpeltexte gibt sondern auch durchaus coole Lyrics.Aber lest selbst.

„Die Diskussion über die Inhalte der ach so provokanten Texte so mancher Rapper finde ich wichtig.Was mich nachdenklich macht ist , daß ich den Eindruck habe der Staat würde es sich einfach machen mit der Verleihung des BVK „Seht wir tun etwas gegen Antisemitismus..“ Und : na klar sollte eine solche Haltung selbstverständlich sein.Ist es aber nicht.Der Alltagsrassismus ist breiter und tiefer verwurzelt als es „unsere“ Politiker in ihren Sonntagsreden wahrhaben wollen.Da wird zwar gesagt , Deutschland sei bunt und weltoffen.Daß das aber nur zum Teil stimmt zeigt , nach meiner Meinung , schon eine absurde Abschiebungs- und Asylpolitik.Was mich bei dieser Diskussion wundert ist , daß scheinbar noch niemand auf die Idee gekommen ist darauf aufmerksam zu machen , daß es ja durchaus auch Rap/Hip Hop mit klugen und reflektierten Lyrics gab und gibt die Inhalte und ne coole Haltung transportieren. Ich frage mich wo die alle hin sind ! Wo sind denn SONS OF GASTARBEITA, ADVANCED CHEMISTRY , TOO STRONG usw.In den 1990ern gab es eine tolle Entwicklung im deutschen Hip Hop die irgendwie in Vergessenheit geraten ist.Da ging es um Respekt und Solidarität und nicht um plumpeste Provo mit fragwürdigen Inhalten.“

Filmtipp :Mali Blues

Vor bereits einigen Jahren bin ich auf Musik aus Mali aufmerksam geworden. So sah ich vor Jahren einen Beitrag über den sogenannten Desertblues den die Tuareg spielen.Darüber hinaus spielt Musik im westafrikanischen Mali eine große Rolle im Leben der Menschen dort.Damon Albarn von Blurr bzw Gorillaz hat mit Songhoy Blues eine Band aus Bamako hier in Europa mit bekannt gemacht.Ich selbst hatte das Vergnügen Songhoy Blues in Köln zu erleben.In dem Film der vorgestern auf Arte lief geht es um die Musikerin Diawara , die vor 20 Jahren aus Mali floh weil sie nicht verheiratet werden wollte und die nun nach Mali zurückkehrt  um in Bamako auf dem letzten Musikfestival zu spielen.Sie trifft auf Tuaregmusiker die aus dem Norden Malis geflohen sind weil islamistische Milizen sich mit separatistischen Turareg verbündet haben die jegliche Kultur unterdrücken.Diawaras Lieder handeln vom missverstandenen Islam , sie singt über den Willen sich nicht unterkriegen zu lassen und kämpft mit ihren Songs gegen die Genitalverstümmelung junger Mädchen.Ein sehr bewegender Film.

 

https://www.arte.tv/de/videos/051392-000-A/mali-blues/